Von der Hand ausgehend – Alltagsgeschirr neu denken
Ein Geschirrstück ist nicht nur ein Gefäß für Lebensmittel. Es wird aufgehoben, gehalten und berührt und begleitet uns durch den Alltag und beim Essen.
Dieser Workshop nimmt seinen Ausgangspunkt in der direkten Verbindung zwischen Hand und Gefäß, wie sie in vielen ostasiatischen Esskulturen erfahren wird: Eine Schale wird in der Handfläche gehalten, eine Tasse ohne Henkel direkt mit der Hand umfasst. Gewicht, Temperatur, Wandstärke und Form eines Gefäßes werden dabei unmittelbar über die Hand wahrgenommen.
Diese Art der Wahrnehmung übertragen wir auf unsere eigene Ess- und Alltagskultur – nicht mit dem Ziel, „asiatisch“ aussehende Gefäße herzustellen. Salat, Pasta, Brot, Saucen sowie Messer, Gabel und Löffel können dabei Ausgangspunkte sein: Welche Form passt wirklich zu unserer Hand – und zu dem Essen, das wir damit zu uns nehmen?
Bei der praktischen Arbeit lernen wir grundlegende Techniken der Keramik kennen, unter anderem die Plattentechnik, sowie die wichtigsten Schritte vom Ton bis zum fertigen Gefäß. Gleichzeitig beginnen wir nicht mit einer vorgegebenen, perfekten Form. Der Ton bleibt in der Hand, wird langsam abgetragen, ertastet und immer wieder angepasst. So entsteht die Form Schritt für Schritt.
Deshalb dürfen die entstandenen Stücke unregelmäßig sein. Die Unregelmäßigkeit ist dabei kein Ziel, sondern eine Spur davon, dass die Hand tatsächlich am Entstehungsprozess beteiligt war.
Dieser Workshop ist ein keramisches Experiment, in dem Hand, Ton, Essen und unterschiedliche kulturelle Erfahrungen aufeinandertreffen.
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